Geht mein Anwalt mit mir bis in die letzte Instanz?

Das kommt darauf an.

Es gibt Anwälte, die nur das Ermittlungsverfahren betreuen und nicht einmal die Hauptverhandlung übernehmen. Dies ist durchaus kritisch zu sehen, da sich der Verteidiger dann in relativ kurzer Zeit komplett in den Fall einarbeiten muss.

Zwischen den verschiedenen Instanzen muss man dagegen unterscheiden: Die Revision, die letzte fachgerichtliche Instanz, ist auf eine bloße Rechtsprüfung beschränkt und folgt sehr komplizierten Regeln. Hier empfiehlt es sich tatsächlich, dass man einen hierauf spezialisierten Anwalt beauftragt. Insoweit sollte man seinen Verteidiger ehrlich fragen, ob er auch die Revision übernimmt oder man sich lieber einen Spezialisten nehmen sollte.

Wie sind die Erfolgsaussichten in der Berufung?

Mäßig. Zwar beurteilt das Berufungsgericht den gesamten Sachverhalt noch einmal neu, sowohl in tatsächlicher als auch in rechtlicher Hinsicht. Aber regelmäßig schließt sich das Berufungsgericht der Entscheidung des Erstgerichts an – denn es gibt normalerweise wenig Anlass, eine andere Bewertung vorzunehmen.

Trotzdem sollte man natürlich die Möglichkeit der Berufung ergreifen, wenn man mit dem Urteil der Vorinstanz unzufrieden ist. Allerdings empfiehlt sich dann eine detaillierte Vorbesprechung mit dem Anwalt.

Was droht einem Jugendlichen bei einem Ladendiebstahl?

Ein Jugendlicher stiehlt für ein paar Euro im Supermarkt oder im Kaufhaus – ein typischer Fall von Alltagskriminalität. Was in einem solchen Fall zu erwarten ist, schildert Rechtsanwalt Thomas Hummel auf frag-einen-anwalt.de.

Dabei geht es unter anderem um folgende Themen:

  • Einstellung des Strafverfahrens
  • Eintrag ins Führungszeugnis/Erziehungsregister
  • Fangprämie
  • Hausverbot

Hier geht’s zum Thema: Frag-einen-Anwalt.de – Ladendiebstahl Minderjähriger – beantwortet von Rechtsanwalt Thomas Hummel

Kann ich durch Behinderung des Verfahrens die Verjährung herbeiführen?

In der Regel nicht. Zum einen lässt sich die Staatsanwaltschaft gar nicht so leicht behindern. Durch bloßes – freilich legitimes – Nichtkooperieren verzögert man das Verfahren nicht wesentlich. Außerdem führen viele Ermittlungsmaßnahmen zum Neubeginn der Verjährungsfrist, die dann wiederum mehrere Jahre dauert.

Wann verjährt eine Straftat?

Die Verjährungsdauer richtet sich nach der Schwere der Straftat. Die allermeisten „alltäglichen“ Straftaten verjähren nach fünf Jahren.

Allerdings muss man, um die Verjährung abschätzen zu können, zunächst wissen, welche Straftat(en) überhaupt verwirklicht sind. Hierfür ist meist anwaltliche Beratung notwendig.

Ist ein Stundenhonorar beim Anwalt üblich?

In Strafsachen schon. Dies ist hier auch sehr fair, da die Stundenabrechnung die tatsächliche Arbeit des Verteidigers vergütet und nicht auf Pauschalen zurückgreifen muss. Auch für den Beschuldigten kann dies von Vorteil sein, da der Anwalt häufig eine schnelle Einstellung erreichen kann. Um bei längeren Verfahren zu verhindern, dass das Honorar zu hoch wird, rechnen manche Anwälte sporadisch ab oder geben einen Zwischenstand über die bisher angefallenen Stunden.