Muss ich als Ausländer Angst haben, wegen einer Straftat abgeschoben zu werden?

Normalerweise nicht, man sollte ausländerrechtliche Bestimmungen aber immer im Hinterkopf haben.

Bei EU-Ausländern sind die Hürden schon einmal derart hoch, dass sie praktisch nie relevant werden.

Bei anderen Ausländern ist die zwingende Ausweisung erst bei Freiheitsstrafen ab drei Jahren, sei es durch eine einzelne oder als Summe mehrerer Verurteilungen, vorgesehen. (§ 53 des Aufenthaltsgesetzes) Bei Freiheitsstrafen ohne Bewährung ist die anschließende Ausweisung eigentlich auch der Regelfall (§ 54 Nr. 1 AufenthG), allerdings gibt es hier in der behördlichen Praxis zahlreiche Ausnahmen.

Bei der Umwandlung einer ausländerrechtlichen Duldung in eine „Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer der beruflichen Qualifikation entsprechenden Beschäftigung“ und bei ähnlichen Statusverbesserungen kann es aber schon Probleme geben, wenn Sie zu einer Freiheitsstrafe oder zu einer mittleren Geldstrafe verurteilt werden.

In jedem Falle sollten Sie sich dann erst recht um anwaltliche Beratung und Vertretung kümmern. Denn eine Verfahrenseinstellung wird für Sie grundsätzlich sehr viel unproblematischer sein als eine Verurteilung.