Strafhaft

Was unterscheidet die Strafhaft von der Untersuchungshaft?

Die Strafhaft dient der Vollstreckung einer rechtskräftigen Freiheitsstrafe. Der Verurteilte sitzt also die Strafe ab, die das Gericht wegen der angeblich begangenen Straftat festgesetzt hat.

Die Untersuchungshaft ist dagegen eine Maßnahme während des Ermittlungsverfahrens. Sie dient nicht der Bestrafung für ein Vergehen, sondern der Verhinderung einer Flucht oder einer Vernichtung von Beweisen. Der U-Häftling gilt also als unschuldig, die Freiheit ist ihm nur vorläufig entzogen.

Wie oft darf ich meinen Angehörigen besuchen?

Das kommt darauf an. Die meisten Strafvollzugsgesetze sehen eine absolute Mindestgrenze von einer Stunde pro Monat für alle Besuche zusammen vor. Allerdings erlauben die meisten Justizvollzugsanstalten auch längere Besuche. Erkundigen Sie sich nach den örtlichen Bestimmungen.

Muss ich meinen Besuch vorher ankündigen?

Ja, das ist in praktisch allen JVA so. Auf den Internetseiten stehen regelmäßig Informationen dazu. Häufig soll man mindestens 24 Stunden vor dem Besuch unter einer bestimmten Telephonnummer anrufen und sich anmelden.

Braucht mein Angehöriger in der Haft einen Anwalt?

Für Belange der Strafhaft als solcher braucht es eigentlich keinen Rechtsanwalt – hier gibt es auch wenig, was man rechtlich für den Gefangenen tun kann. Anders ist das allerdings, was die Entlassung bzw. Strafverkürzung angeht. Hier kann ein Anwalt eine enorme Hilfe sein, um eine Strafrestaussetzung zur Bewährung zu erreichen. Auch die Zurückstellung der Strafe zugunsten einer Therapie (§ 35 BtMG) bedarf oft eines erfahrenen Rechtsanwalt.

Darf ein Strafgefangener eigene Kleidung tragen?

Nein, in aller Regel wird die Kleidung von der Anstalt gestellt und diese muss auch getragen werden.

Darf ich meinem Angehörigen etwas in die JVA mitbringen?

Das kommt auf die örtlichen Gegebenheiten an. Teilweise sind gewisse Mitbringsel (in erster Linie Süßigkeiten und Tabak) erlaubt. Oft muss man diese beim Besuch in beschränkten Mengen vor Ort kaufen.

Darf ich meinem Angehörigen Pakete schicken?

Das ist normalerweise erlaubt, allerdings nur in geringer Zahl. Häufig sind drei Pakete pro Jahr (Geburtstag, Weihnachten, Ostern) erlaubt. Diese dürfen nur bestimmte Inhalte haben, das Nähere erfahren Sie von der JVA.

Meistens bekommt der Häftling dafür drei spezielle Paketmarken ausgehändigt, die er an die Personen schicken kann, von denen er Pakete erhalten will. Wenn Sie ohne diese Marken ein normal frankiertes Postpaket senden, wird das oft seitens der Anstalt gar nicht erst angenommen.

Mit dieser Thematik beschäftigen sich auch folgende Seiten:
angehoeriger-in-haft.de / angehöriger-in-haft.de / angehoeriger-im-gefaengnis.de / angehöriger-im-gefängnis.de / angehoeriger-verhaftet.de / angehöriger-verhaftet.de