Übersicht über das Strafverfahren

Die meisten Strafverfahren beginnen mit einer Anzeige gegenüber Polizei oder Staatsanwaltschaft. Bis dieses Ermittlungsverfahren abgeschlossen ist und es dann ggf. zu einem Gerichtsverfahren kommen kann, werden viele Zwischenstationen durchlaufen. Einen Überblick darüber finden Sie in meinem Artikel Von der Anzeige bis zur Anklage – der Ablauf eines Strafverfahrens auf dem Portal anwalt.de.

Als Beschuldigter zur Vernehmung geladen

Wenn Sie als Beschuldigter zur Vernehmung bei der Polizei geladen sind, sollten Sie keinesfalls aussagen. Dabei können Ihnen verschiedene Fehler unterlaufen, die in der Realität laufend vorlaufen. Für den Beschuldigten bedeutet dies dann, dass er sich unter Umständen selbst belastet hat und er dies im Laufe des Verfahrens nur mit großer Mühe oder auch gar nicht wieder korrigieren kann.

Sinnvoll ist es vielmehr, zunächst nichts auszusagen und über einen Anwalt Akteneinsicht nehmen zu lassen. Anschließend kann eine ausführliche und zielgerichtete schriftliche Stellungnahme erfolgen.

Mehr dazu finden Sie im anwalt.de-Artikel von Rechtsanwalt Thomas Hummel, Strafverteidiger aus München.

Wie kann ich meine Verteidigung organisieren, wenn ich in Haft sitze?

In der Haft sollten Sie so schnell wie möglich einen Anwalt engagieren, der für Sie tätig wird und Sie vielleicht auch bald wieder aus der Haft herausbringt.

Außerdem bietet es sich an, einer Person Ihres Vertrauens (Ehepartner, Eltern, Kinder, enge Freunde) eine Vollmacht auszustellen, dass diese Sie gegenüber Ihrem Anwalt vertreten dürfen. Für manche Dinge braucht der Verteidiger schnell eine Unterschrift und da ist es viel einfacher, wenn er nicht extra in die Haftanstalt fahren oder das langwierig per Post schicken muss.

Übersicht über die Straßenverkehrsdelikte

Die Verkehrsstraftaten im deutschen Recht sind zahlreich und unübersichtlich angeordnet. Teilweise überschneiden sie sich, teilweise gibt es sehr diffizile Unterschiede. Hinzu kommt auch der gesetzgeberische Aktionismus, des öfteren etwas an diesen Tatbeständen zu ändern oder neue einzuführen.

Auf dem juristischen Portal anwalt.de finden Sie meinen Übersichtsartikel über diese Tatbestände.

In der Anzeige gegen mich wird alles falsch dargestellt. Was soll ich machen?

Die Tatsachen, die dem Beschuldigten vorgeworfen werden, werden fast immer anders dargestellt als sie dieser selbst empfunden hat. Gerade bei der Vernehmung durch die Polizei sind die Betroffenen dann häufig völlig empört, dass der Anzeigeerstatter sie derart verleumdet.

Wenn es Ihnen auch so geht: Bewahren Sie Ruhe. Es bringt niemandem etwas, wenn Sie angesichts der Vorwürfe, so falsch sie auch sein mögen, völlig ausflippen. Das wirft dann eher ein schlechtes Bild auf Sie und Ihre Glaubwürdigkeit. Beschimpfen und beleidigen Sie niemanden, stoßen Sie keinesfalls Drohungen aus.

Falls Sie sich im Stande sehen, die Vorwürfe sachlich zu widerlegen, schildern Sie ganz ruhig Ihre Sicht der Dinge. Bestätigen Sie das, was zutreffend ist, und stellen Sie ganz klar, was Sie anders sehen.

Falls der Sachverhalt zu komplex ist, um sich ad hoc zu äußern, sagen Sie, dass Sie vorerst nichts aussagen wollen. Dann haben Sie die Möglichkeit, die Tatsachen noch einmal zu überdenken und sich schriftlich fundiert zu äußern. Unter Umständen wird es auch sinnvoll sein, doch noch einen Anwalt zu konsultieren.

Ich darf auf keinen Fall meinen Führerschein verlieren. Wie kann ich das verhindern?

Das ist schwierig. Sie sollten Ihren Anwalt unbedingt darauf hinweisen, dass dies für sie besonders wichtig ist, damit er seine Strategie daran ausrichten kann.

Für viele Delikte ist ein vorübergehendes Fahrverbot von ein bis drei Monaten vorgesehen. Teilweise kann auch die Fahrerlaubnis ganz entzogen werden, dann muss sie erst nach einer bestimmten Sperrzeit neu erteilt werden.

Ich darf auf keinen Fall eine Vorstrafe haben. Wie kann ich das verhindern?

Das ist schwierig. Sie sollten Ihren Anwalt unbedingt darauf hinweisen, dass dies für sie besonders wichtig ist, damit er seine Strategie daran ausrichten kann.

Erste Priorität sollte es dann sein, auf eine Einstellung, ggf. gegen Auflagen hinzuwirken. Dabei kann es durchaus sein, dass eine höhere Geldauflage einer niedrigeren Geldstrafe vorzuziehen ist, weil erstere nicht im Führungszeugnis eingetragen wird.

Falls dies nicht erfolgversprechend ist, kann unter Umständen ein Geständnis anzudenken sein, weil dies möglicherweise die zu erwartende Strafe unter den Schwellenwert für die BZR-Aufnahme senkt.