Was bedeutet Anstiftung?

Nach § 27 StGB ist Anstifter, wer

vorsätzlich einen anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat bestimmt hat.

Dieses „Bestimmen“ hört sich zunächst so an, als wäre der Anstifter der überlegene Täter. Die Rechtsprechung sieht das anders, es reicht schon, wenn er den Tatentschluss in irgendeiner Form hervorruft. Dafür reicht in aller Regel ein bloßes Überreden, das Versprechen einer Belohnung o.ä. ist nicht notwendig. Drohungen sind ebenfalls ausreichend, sie können je nach Konstellation sogar dazu führen, dass nicht Anstiftung, sondern sogar mittelbare Täterschaft vorliegt.

Die Anstiftung ist von der Beihilfe und der Mittäterschaft abzugrenzen.

Kann man auch verurteilt werden, wenn man nicht selbst gehandelt hat?

Man muss in irgendeiner Weise gehandelt, aber nicht notwendigerweise jede Handlung der Straftat mit eigenem Händen ausgeführt haben. Man kann Mittäter, Gehilfe oder Anstifter sein. Man kann auch durch jemand anderen handeln, indem man diesen wie ein Werkzeug einsetzt und zur Tat dirigiert (mittelbare Täterschaft).

Und schließlich gibt es auch noch Unterlassungsdelikte, bei denen gerade bestraft wird, dass man nichts tut, z.B. bei der unterlassenen Hilfeleistung.