Was bedeutet Abstiftung?

Die Abstiftung ist das Gegenteil der Aufstiftung. Eine zur Tat entschlossene Person wird dazu gebracht, ein weniger schweres Delikt zu begehen.

Beispiel: A will aus Rache das Haus des C anzünden. B beschwichtigt ihn jedoch und meint, dass ein eingeworfenes Fenster völlig ausreichend sei.

Hier wollte A eine schwere Brandstiftung (§ 306a Abs. 1 Nr. 1 StGB) begehen. Diese ist mit Freiheitsstrafe von einem bis zu 15 Jahren bedroht. Demgegenüber stellt die bloße Sachbeschädigung ein viel leichteres Delikt dar, sie wird mit Geldstrafe oder mit Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren bestraft.

Hier liegt keine Anstiftung vor, da der „Anstifter“ ja dafür gesorgt hat, dass ein viel weniger schwerwiegendes Delikt verwirklicht wird. Er hat damit die Gefahr für das Opfer (z.B. durch den Brand einen riesigen Schaden zu erleiden oder gar im Feuer zu sterben) deutlich reduziert.

Denkbar ist allenfalls eine Bestrafung wegen psychischer Beihilfe.

Was bedeutet Beihilfe?

Werfen wir zunächst einen Blick ins Gesetz:

§ 27 Abs. 1 StGB – Beihilfe

Als Gehilfe wird bestraft, wer vorsätzlich einem anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat Hilfe geleistet hat.

Dieses Hilfeleisten ist natürlich ein sehr weitgehender Begriff. Fast alles kann in irgendeiner Form einem anderen bei der Tatbegehung helfen. Insoweit ergibt sich schon mal eine Einschränkung, dass Vorsatz erforderlich ist. Der Gehilfe muss als wissen oder wollen, dass seine Handlung einen anderen bei Begehen einer Straftat unterstützt.

Problematisch ist dabei, dass auch die psychische Beihilfe unter Strafe steht. Darunter versteht man alles, was den Täter in seinem Tatentschluss bestärkt. Ein bloßes Anwesendsein am Tatort reicht aber nach allgemeiner Ansicht nicht aus.

Die Hilfe muss zwischen Vorbereitung und Beendigung der Haupttat erfolgen. Dabei ist die Gehilfe zu jeder Art von Straftat erfasst, egal ob Beleidigung oder Mord. Ob die Beihilfehandlung tatsächlich notwendig war, um die Tat begehen zu können, ist dagegen unerheblich. Jede Form der Förderung der Tat reicht aus.

Die Beihilfe muss man von der Mittäterschaft und der Anstiftung abgrenzen.