Reicht es für einen Raub mit Todesfolge, wenn die tödliche Gewalt zwischen Vollendung und Beendigung des Raubes erfolgt?

Nein, die Strafdrohung des § 251 setzt voraus, dass der Tod „durch den Raub“ eingetreten ist. Die Flucht ist nicht mehr Bestandteil des Raubes.

Dies ist allerdings anders, wenn durch das Töten gerade die Beute gesichert werden soll, denn in dem Fall liegt ein (neuer) räubischer Diebstahl als Anschlusstat zum Raub vor. Auf den räuberischen Diebstahl sind gem. § 252 StGB die Raubvorschriften entsprechend anwendbar.

Ist es ein Raub mit Todesfolge, wenn man dem Opfer lebensnotwendige Dinge raubt?

Wenn man einem Schwerkranken das lebensnotwendige Medikament raubt und dieser deswegen an seiner Krankheit stirbt, könnte man vom Wortlaut des § 251 darauf kommen, dass dies einen Raub mit Todesfolge darstellt. Tatsächlich wird dies aber verneint. Denn die Todesfolge muss gerade aus der raubspezifischen Gefahr, also der gewaltsamen Wegnahme, stammen. Darum gibt es auch keinen Diebstahl mit Todesfolge, da Diebstahl eben nicht gewalttätig ist. Ob dem Opfer seine Medikamente aber nun gestohlen oder geraubt werden, ist diesem egal. Daher werden derartige Todesfolgen aus § 251 herausgenommen.