Ich habe ein Tattoo mit fragwürdigem Inhalt. Darf ich das in der Öffentlichkeit zeigen?

Das kommt darauf an. Auch eine Tätowierung kann bspw. ein Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation (§ 86a StGB) oder eine pornographische Schrift (§ 184 StGB) darstellen. Dann ist das öffentliche Zeigen des Tattoos in der Regel strafbar, auch dann, wenn es Teil des Körpers ist.

Im Zweifel sollten Sie sich anwaltlichen Rat holen und diese Tätowierungen im Zweifel abkleben.

Was ist ein wirklichkeitsnahes Geschehen?

Ein wirklichkeitsnahes Geschehen ist ein solches, dem man nicht ohne Weiteres ansieht, ob es echt ist oder nicht.

Bei verschiedenen Straftaten, die sich um pornographische Schriften drehen (z.B. bei kinderpornographischen Schriften § 184b Abs. 1 Nr. 2, § 184b Abs. 2, § 184b Abs. 3 und bei jugendpornographischen Schrift § 184c Abs. 1 Nr. 2, § 184c Abs. 2) ist Strafbarkeitsvoraussetzung, dass es sich um ein zumindest wirklichkeitsnahes Geschehen handelt. Es soll also nicht jede sexuelle Phantasie gleich als Pornographie gelten, deren Verbreitung oder gar Besitz strafbar ist, sondern nur eine solche Abbildung, die zumindest real sein könnte.

Die Wirklichkeitsnähe bestimmt sich nach dem äußeren Erscheinungsbild. Eine genaue Definition ist schwer, einfacher ist es, zu bestimmen, welche Darstellungen nicht davon erfasst sein sollen: Rein textliche Schriften scheiden demnach ebenso aus wie Zeichnungen oder animierte Filme. Daneben wird man auch solch realitätsferne Darstellungen für straffrei halten müssen, bei denen ein objektiver, durchschnittlicher Betrachter davon ausgeht, dass sie kein tatsächliches Geschehen darstellen können.

Insgesamt ist die Rechtsprechung hierzu aber noch derart spärlich, dass eine genaue Begriffsbestimmung kaum möglich ist.